2015-01-28

Reanimation

Zaghafte Meldung

Hallo? Hm. Haaaallooooooo!

Keiner da. Es ist still hier. Alles verstaubt. Sieht aus, als hätte der Blogger alles stehen- und liegengelassen und wäre einfach so auf Nimmerwiedersehen verschwunden. Hier liegen auch noch halbfertige Dinge herum …

 

Bub, ganz so schlimm ist es nicht. Aber ich habe mich eben auf einen anderen Blog konzentriert, auf den, in dem ich seit dem 1.1.2011 jeden Tag einen Beitrag gepostet habe. Meinen Heimatlog sozusagen. Da ist mir der Neunte Stock etwas aus dem Fokus geraten. Irgendwie … irgendwie wute ich auch garnicht mehr so recht, wieso ich hier überhaupt andere und im Hauptblog nichtgeschriebene Themen behandeln wollte.

Mal sehen.

Ich habe mich ein wenig umgestrickt – umsortiert, wollte ich schreiben. Was das für eine Auswirkung auf dieses Blog hat, kann ich noch nicht abschätzen. Aber es hat schonmal dazu geführt, daß ich mich hier wieder melde, oder?

 

In diesem Sinne: Bis neulich.

© 2015 - Der Emil

2013-10-01

Weniger ist mehr

Am eigenen Leib erlebt

Am letzten Septembertag – oh, seit dem Neujahrstag erschien hier nichts mehr im Blog? Wo sind die neun Monate hin? – am letzten Septembertag verabschiedete sich mit einem letzten Aufleuchten seiner Bildröhre der hier stehene Fernsehapparat von mir. Ein wirklich betagtes Gerät, das lange, lange klaglos seinen Dienst tat und mir ab und zu die Lieblingsprogramme arta, 3Sat u. ä. zeigte. Sicher ließe er sich reparieren. Aber um welchen Preis? Außerdem ist er groß und schwer.

Nun habe ich in meinem Bekanntenkreis nachgefragt, ob da irgendwo ein Gerät auf einen neuen Nutzer wartet. Ein kleineres vielleicht? Ja, sicher, ich erhielt gleich mehrere Angebote. Bis ich eines der Geräte aber abgeholt und hier heraufgeschleppt habe, stelle ich fest:

  • Ich habe Zeit, viel öfter aus dem Fenster zu blicken. Da draußen sieht es von hier oben betrachtet noch viel bunter aus als es direkt am Boden erscheint.
  • Im Radio laufen bei Radio Corax, Deutschlandfunk und Deutschlandradio Kultur den ganzen Tag echt interessante Dinge. Keine Sorge, die hab ich auch gehört, als der TV-Apparat noch nicht defekt war; aber ich zog Fernsehen eben manchmal dem Radiohören vor.
  • Seit der Klotz von Gerät nicht mehr hier im Zimmer steht, habe ich mehr Platz für “neue” Bücherstapel.

Manchmal ist – so stelle ich fest – ist “nur” hören mehr als hören und sehen. Es ist meiner Phantasie zuträglicher. So wie auch Lesen viel mehr ist als denselben Stoff als Film zu sehen und zu hören.

Multimedia. Ein schöner Begriff. Aber ist dieses ganze Mutimedia-Zeug noch für den Menschen gemacht? Oder eher für den Konsumenten, den Verbraucher, den Nutzer?

Wieso wird mein Dasein von Unternehmen, von Behörden, von anderen Menschen so zerteilt? Warum muß ich so vieles sein?

Wenn ich nicht Kunde, Bürger, Käufer, Mitglied, Mann, Vater, Single, Wähler usw. usf. bin, sondern nur noch Mensch: Bin ich weniger, dann bin ich mehr!

In diesem Sinne: Bis neulich.

© 2013 – Der Emil

P.S.: Hier im Blog stimmt das natürlich nicht. Hier muß wieder mehr geschehen …

2013-01-01

Prosit Neujahr!

Zwo Null Eins Drei – Zwanzig Dreizehn

 

So schnell war es vorbei, das Jahr 2012. Und jetzt ist schon seit sechs Stunden 2013.

Es wird wieder eine ganze Weile dauern, ehe ich mich beim Datumschreiben an die neue Jahreszahl gewöhnt habe. Aber sei's drum!

Gute Vorsätze habe ich für dieses Jahr nicht gefaßt – die würde ich ja auch nicht halten. Trotzdem möchte ich gerne die eine oder andere Sache in meinem Leben ändern:

  • Meine Freiheit genießen.
  • Alle meine Blogs regelmäßig mit Inhalt füllen.
  • Etwas lernen, das nicht wirklich lebensnotwendig ist.
  • Im Jetzt leben.

Allen Lesern wünsche ich für dieses Jahr 2013 viel Glück und Gesundheit – und von allem, was nötig ist, immer ein wenig mehr als nötig ist!

In diesem Sinne: Bis neulich!

© 2012 - Der Emil

2012-12-25

Nach Weihnachten

Merksatz

 


 
            Wäre ich wunschlos glücklich:
            Mir fehlte das Glück des Wünschens …
 
 

 

In diesem Sinne: Wundervolle Rauhnächte wünsch ich.

© 2012 - Der Emil

2012-08-03

Kontaktsperre und Ungewißheit

Wiedereinmal.

Wieso glauben Frauen, daß Schweigen eine geeignete Methode ist zum Strafen? Weil sie nicht schweigen können.

Wieso glaubt diese eine, ganz spezielle Frau, daß es besser ist, mir gegenüber zu schweigen, mir gegenüber «Abstand zu halten», damit sie ihr «Leben und das der Kinder wieder in den Griff» bekommt?

Gut. Nun nehme ich einmal an, sie schafft es, ihr und ihrer Kinder Leben wieder in allgemein akzeptierte Bahnen zurückzubringen. Sie muß nicht wegen jeder Kleinigkeit mehrmals zu den Kindern sprechen und sie muß auch nicht alles mehrmals kontrollieren und korrigieren. Plötzlich machen die Kinder wieder, was Kinder in diesem Alter so tun: Sie hören auf ihre Mutter. Und die Mutter kann sich (fast) blind auf sie verlassen.

Alles funktioniert wunderbar, weil ich – der ich zwar den Vater nicht verdrängt, aber sehr schnell ersetzt hatte und Forderungen an die Kinder stellte, Erwartungen hatte, Regeln durchsetzte – lange genug nicht auftauche und auch sonst keine Rolle mehr im Leben der Mutter und der Kinder spielte. Ich war und bin einfach wieder weg.

Alles ist «in Ordnung» und chic.

Plötzlich, nach ein paar Monaten, werde ich aus dem Gefrierschrank hervorgeholt und aufgetaut. Plötzlich bin ich wieder da und mische mich wieder in das Leben der Kinder ein.

Dann geht doch die ganze Scheiße wieder von vorne los?

In diesem Sinne: Nein, ich versteh' es grad nicht …

© 2012 - Der Emil

2012-06-21

Zwei Euro – ein Regierungsversuch


Wem würden sie fehlen?

Da gibt es den Text über den Zwei-Euro-Versuch.

Ich habe das Gefühl, unsere Regierung macht gerade einen solchen Versuch mit denjenigen Deutschen Bürgern, die weniger als eine Million auf dem Konto haben.

Weil die Energiewende zu einer durchschnittlichen Energiepreiserhöhung um etwa 3% führen könnte, wird den armen Haushalten von einem Minister Altmeier (monatliches Gehalt etwa 13.800,00 Eu; monatlich etwa das dreifache Jahreseinkommen des ALG-II-Empfägers) geraten, genau diese 3% beim Energieverbrauch einzusparen. Zu diesem Zweck wird allen Bürgern (wahrscheinlich aber nur allen ALG-II-Empfängern) eine Energieberatung verordnet, sicher zum staatlich gestützten Schnäppchenpreis von gerademal 39,95 Euro.

Das Ergebnis dieser Beratung wird sein, daß in den Haushalten der ALG-II-Empfänger zu alte, energieverschwendende Geräte vorhanden sind, die umgehend durch neue, ernergiesparende Geräte ersetzt werden müssen. Wegen der großen Nachfrage nach diesen Geräten steigen natürlich deren Preise im Handel.

Diese höheren Preise finden keinen Eingang in die Berechnungsgrundlage des Regelsatzes. Es ist ja ein Betrag von etwa 3 Eu monatlich als Ansparbetrag für eine Waschmaschine enthalten – und so kann ich mir nach bereits 120 Monaten ALG-II-Bezug eine solche als Neugerät leisten.

Und die 2 (oder 5) Euro mehr, die ich für den Strom monatlich bezahlen muß, die tun mir doch nicht wirklich weh. Die hab ich doch übrig jeden Monat, weil ich ja meine 13 Euro für die Gesundheitsvorsorge nicht jeden Monat brauche.

Denn unsere Bundesregierung und unsere Abgeordneten im Bundestag wissen ja ganz genau, wie mit 364 Eu gut zu leben ist, viel zu gut zu leben ist. Und so kann ich mich doch nicht beschweren.

In diesem Sinne: Bis neulich.

© 2012 - Der Emil

2012-05-20

Einwortblog in 375 Wörtern

Gehirnlüftchen

Ein Wort fiel mir auf. Eines. Mehrfach hörte ich es in kürzester Zeit in der Straßenbahn und auf dem Weg zum Saaleufer.

Uns so notierte ich einen Tag lang, was mir zum Wort einfiel: Jeder einzelne Absatz ist eine Art automatisches Schreiben gewesen.

 

Platz: Ort, an den ich gehöre? Gibt es in Zeitabläufen oder Hierarchien Orte? Etwas, das ich mit meinen Fähigkeiten und meinem Unvermögen auszufüllen gezwungen werde. Das alles ist alternativlos.

Platz: Freie Fläche, insbesondere in Siedlungen. Festgelegtes, überliefertes Areal, dem eine bestimmte besondere Bedeutung zugemessen wird. Sechs Zoll Grusel, eine Spanne Gläubigkeit, 21 cm Heilkraft. Galgenberg, Hexentanzplatz, Dorfanger, Markt.

Platz: Kommando, daß dem Hund signalisiert, er soll sich hinlegen, sofort, augenblicklich. Und alles andere soll ebenso plötzlich uninteressant werden für ihn, obwohl es doch so gut riecht. Jedenfalls muß der Hund um Platz nicht kämpfen …

Platz: Ort, Stelle, da, wo ich mich gerade befinde. Speziell in der Form des Sitz-Platzes in Eisenbahn, Flugzeug, Bus, Schiff, Straßenbahn manchmal sogar reservierungspflichtig, als Steh-Platz im Stadion oder im Konzert oder als Flug-Platz oder Park-Platz oder noch schlimmer als Bolz-Platz. Aber wie reserviere ich einen Platz ohne Handtuch?

Platz: Das, was im Biblischen Zeitalter fehlte in der Herberge und heute in der Saison in den Jugendherbergen, was schwer erhältlich war für die Ferien vom FDGB. Auch auf dem Zelt-Platz sind die Plätze rar …

Platz: Was ich mir für mich in meinen Träumen schaffe und mit meinen geschriebenen und gesprochenen Worten für mich reklamiere; was um mich herum frei sein soll für mich.

Platz: Die Aufforderung, den inneren Druck in einer momentischen Ausdehnung des eingenommenen Raumes durch normalerweise unumkehrbare Zerlegung der Grenzfläche in kleine Teile und deren Beförderung vom Zentrum des ursprünglich eingenommenen Raumes hinweg und hinaus in die weite, weite Welt auszugleichen, zu verringern.

Platz: Poetisch legalisierte Ansammlung träumender Zeitgenossen …

Platz: Ruft der, der meint, freien Weg fordern zu dürfen, wenn es durch Menschenmengen den Weg zu finden gilt. Wirkungsvoll war es früher, als die Elefanten des Sultans noch mitliefen. Heute verhallt der Ruf im allgemeinen Volksgemurmel.

 
 

Platz.

Freiraum.

Öffentlicher Freiraum.

Öffentlicher Raum.

In diesem Sinne: reklamiert, reserviert und schafft Platz für Euch und euer Leben.

© 2012 - Der Emil