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2016-01-30

So lang her

Und doch will ich hier weitermachen

 

So lang her ist es, daß ich aus dem neunten Stock geblickt habe … Nicht im realen Leben, nein, da tu ich das (fast) jeden Tag. Sehe hinunter auf den Sportplatz und das bißchen eingezäunte Wildnis, in dem nachts die Füchse bellen, auf die Straße mit den parkenden Autos, den vorbeifahrenden Bussen und den (ab und zu) stattfindenden illegalen Rennen, die hier gefahren werden … Aber der Kopf ist zu voll mit den Dingen, mit denen ich mein Leben bestreite (jaja, der andere Blog) und die mein Leben bestimmen. Und dazu kommen noch all die Unwägbarkeiten, Unvorhergesehenes, Ungeplantes und Geplantes.

Wie es so im Leben ist, kommt auch noch immer mehr Neues dazu. Da sind Dinge, die ich möchte, Dinge, die ich nict mehr zu hoffen wagte, Dinge, die ich befürchtete. Ich bin unterwegs. Sehr viel unterwegs. Außen, immer wieder. Innen, stets und ständig zur Zeit. Da gibt es Gründe, einen ganz bestimmten Blog einmal komplett vom Beginn bis jetzt durchzulesen, sich daraus Informationen zu merken, Gefühle, die dabei aufkommen, ein wenig herunterzuregeln. Alles das, was ich auch bei einem guten Buch tun müßte – nur wäre ich dort nicht ganz so involviert und vielleicht auch weniger interessiert. Denn welches Buch betrifft schon so fast unmittelbar mein eigenes Leben?

 

Und so möchte ich wieder aus dem neunten Stock blicken, in die Ferne zu den Horizonten, nach oben in die Himmel und die Sterne und den Mond und die Sonne, und nach unten auf die Straße. Möchte Altes, Gewohntes, Lästiges loswerden, indem ich es einfach aus diesem Fenster werfe – fort damit, es nützt mir nichts mehr, oder schlimmer noch: es tut mir nicht mehr gut, schadet nur noch. Möchte ein wenig Freiheit gewinnen – also: “Befreiung in den kleinen Dingen, mit kleinen Schritten. Wenn ich es schon dort nicht schaffe, wie kann es dann im Großen gelingen??? Ich übe. Ich übe weiter.” (So schrieb es eine Bloggerin vor vielen Jahren.) Und möchte die Sehnsucht durch dieses Fenster hinauslassen in die Welt, dahin, wo ihr Ziel liegt (das ich euch hier nicht verraten werde).

Wer weiß denn schon, was geschehen wird. Ich weiß es nicht, Du weißt es nicht. Hoffen, hoffen aber dürfen wir alle, darauf, daß sich unsere Sehnsucht erfüllt.

 

In diesem Sinne: Bis neulich!

© 2016 - Der Emil

2013-10-01

Weniger ist mehr

Am eigenen Leib erlebt

Am letzten Septembertag – oh, seit dem Neujahrstag erschien hier nichts mehr im Blog? Wo sind die neun Monate hin? – am letzten Septembertag verabschiedete sich mit einem letzten Aufleuchten seiner Bildröhre der hier stehene Fernsehapparat von mir. Ein wirklich betagtes Gerät, das lange, lange klaglos seinen Dienst tat und mir ab und zu die Lieblingsprogramme arta, 3Sat u. ä. zeigte. Sicher ließe er sich reparieren. Aber um welchen Preis? Außerdem ist er groß und schwer.

Nun habe ich in meinem Bekanntenkreis nachgefragt, ob da irgendwo ein Gerät auf einen neuen Nutzer wartet. Ein kleineres vielleicht? Ja, sicher, ich erhielt gleich mehrere Angebote. Bis ich eines der Geräte aber abgeholt und hier heraufgeschleppt habe, stelle ich fest:

  • Ich habe Zeit, viel öfter aus dem Fenster zu blicken. Da draußen sieht es von hier oben betrachtet noch viel bunter aus als es direkt am Boden erscheint.
  • Im Radio laufen bei Radio Corax, Deutschlandfunk und Deutschlandradio Kultur den ganzen Tag echt interessante Dinge. Keine Sorge, die hab ich auch gehört, als der TV-Apparat noch nicht defekt war; aber ich zog Fernsehen eben manchmal dem Radiohören vor.
  • Seit der Klotz von Gerät nicht mehr hier im Zimmer steht, habe ich mehr Platz für “neue” Bücherstapel.

Manchmal ist – so stelle ich fest – ist “nur” hören mehr als hören und sehen. Es ist meiner Phantasie zuträglicher. So wie auch Lesen viel mehr ist als denselben Stoff als Film zu sehen und zu hören.

Multimedia. Ein schöner Begriff. Aber ist dieses ganze Mutimedia-Zeug noch für den Menschen gemacht? Oder eher für den Konsumenten, den Verbraucher, den Nutzer?

Wieso wird mein Dasein von Unternehmen, von Behörden, von anderen Menschen so zerteilt? Warum muß ich so vieles sein?

Wenn ich nicht Kunde, Bürger, Käufer, Mitglied, Mann, Vater, Single, Wähler usw. usf. bin, sondern nur noch Mensch: Bin ich weniger, dann bin ich mehr!

In diesem Sinne: Bis neulich.

© 2013 – Der Emil

P.S.: Hier im Blog stimmt das natürlich nicht. Hier muß wieder mehr geschehen …

2013-01-01

Prosit Neujahr!

Zwo Null Eins Drei – Zwanzig Dreizehn

 

So schnell war es vorbei, das Jahr 2012. Und jetzt ist schon seit sechs Stunden 2013.

Es wird wieder eine ganze Weile dauern, ehe ich mich beim Datumschreiben an die neue Jahreszahl gewöhnt habe. Aber sei's drum!

Gute Vorsätze habe ich für dieses Jahr nicht gefaßt – die würde ich ja auch nicht halten. Trotzdem möchte ich gerne die eine oder andere Sache in meinem Leben ändern:

  • Meine Freiheit genießen.
  • Alle meine Blogs regelmäßig mit Inhalt füllen.
  • Etwas lernen, das nicht wirklich lebensnotwendig ist.
  • Im Jetzt leben.

Allen Lesern wünsche ich für dieses Jahr 2013 viel Glück und Gesundheit – und von allem, was nötig ist, immer ein wenig mehr als nötig ist!

In diesem Sinne: Bis neulich!

© 2012 - Der Emil

2012-08-03

Kontaktsperre und Ungewißheit

Wiedereinmal.

Wieso glauben Frauen, daß Schweigen eine geeignete Methode ist zum Strafen? Weil sie nicht schweigen können.

Wieso glaubt diese eine, ganz spezielle Frau, daß es besser ist, mir gegenüber zu schweigen, mir gegenüber «Abstand zu halten», damit sie ihr «Leben und das der Kinder wieder in den Griff» bekommt?

Gut. Nun nehme ich einmal an, sie schafft es, ihr und ihrer Kinder Leben wieder in allgemein akzeptierte Bahnen zurückzubringen. Sie muß nicht wegen jeder Kleinigkeit mehrmals zu den Kindern sprechen und sie muß auch nicht alles mehrmals kontrollieren und korrigieren. Plötzlich machen die Kinder wieder, was Kinder in diesem Alter so tun: Sie hören auf ihre Mutter. Und die Mutter kann sich (fast) blind auf sie verlassen.

Alles funktioniert wunderbar, weil ich – der ich zwar den Vater nicht verdrängt, aber sehr schnell ersetzt hatte und Forderungen an die Kinder stellte, Erwartungen hatte, Regeln durchsetzte – lange genug nicht auftauche und auch sonst keine Rolle mehr im Leben der Mutter und der Kinder spielte. Ich war und bin einfach wieder weg.

Alles ist «in Ordnung» und chic.

Plötzlich, nach ein paar Monaten, werde ich aus dem Gefrierschrank hervorgeholt und aufgetaut. Plötzlich bin ich wieder da und mische mich wieder in das Leben der Kinder ein.

Dann geht doch die ganze Scheiße wieder von vorne los?

In diesem Sinne: Nein, ich versteh' es grad nicht …

© 2012 - Der Emil

2012-06-21

Zwei Euro – ein Regierungsversuch


Wem würden sie fehlen?

Da gibt es den Text über den Zwei-Euro-Versuch.

Ich habe das Gefühl, unsere Regierung macht gerade einen solchen Versuch mit denjenigen Deutschen Bürgern, die weniger als eine Million auf dem Konto haben.

Weil die Energiewende zu einer durchschnittlichen Energiepreiserhöhung um etwa 3% führen könnte, wird den armen Haushalten von einem Minister Altmeier (monatliches Gehalt etwa 13.800,00 Eu; monatlich etwa das dreifache Jahreseinkommen des ALG-II-Empfägers) geraten, genau diese 3% beim Energieverbrauch einzusparen. Zu diesem Zweck wird allen Bürgern (wahrscheinlich aber nur allen ALG-II-Empfängern) eine Energieberatung verordnet, sicher zum staatlich gestützten Schnäppchenpreis von gerademal 39,95 Euro.

Das Ergebnis dieser Beratung wird sein, daß in den Haushalten der ALG-II-Empfänger zu alte, energieverschwendende Geräte vorhanden sind, die umgehend durch neue, ernergiesparende Geräte ersetzt werden müssen. Wegen der großen Nachfrage nach diesen Geräten steigen natürlich deren Preise im Handel.

Diese höheren Preise finden keinen Eingang in die Berechnungsgrundlage des Regelsatzes. Es ist ja ein Betrag von etwa 3 Eu monatlich als Ansparbetrag für eine Waschmaschine enthalten – und so kann ich mir nach bereits 120 Monaten ALG-II-Bezug eine solche als Neugerät leisten.

Und die 2 (oder 5) Euro mehr, die ich für den Strom monatlich bezahlen muß, die tun mir doch nicht wirklich weh. Die hab ich doch übrig jeden Monat, weil ich ja meine 13 Euro für die Gesundheitsvorsorge nicht jeden Monat brauche.

Denn unsere Bundesregierung und unsere Abgeordneten im Bundestag wissen ja ganz genau, wie mit 364 Eu gut zu leben ist, viel zu gut zu leben ist. Und so kann ich mich doch nicht beschweren.

In diesem Sinne: Bis neulich.

© 2012 - Der Emil

2012-05-20

Einwortblog in 375 Wörtern

Gehirnlüftchen

Ein Wort fiel mir auf. Eines. Mehrfach hörte ich es in kürzester Zeit in der Straßenbahn und auf dem Weg zum Saaleufer.

Uns so notierte ich einen Tag lang, was mir zum Wort einfiel: Jeder einzelne Absatz ist eine Art automatisches Schreiben gewesen.

 

Platz: Ort, an den ich gehöre? Gibt es in Zeitabläufen oder Hierarchien Orte? Etwas, das ich mit meinen Fähigkeiten und meinem Unvermögen auszufüllen gezwungen werde. Das alles ist alternativlos.

Platz: Freie Fläche, insbesondere in Siedlungen. Festgelegtes, überliefertes Areal, dem eine bestimmte besondere Bedeutung zugemessen wird. Sechs Zoll Grusel, eine Spanne Gläubigkeit, 21 cm Heilkraft. Galgenberg, Hexentanzplatz, Dorfanger, Markt.

Platz: Kommando, daß dem Hund signalisiert, er soll sich hinlegen, sofort, augenblicklich. Und alles andere soll ebenso plötzlich uninteressant werden für ihn, obwohl es doch so gut riecht. Jedenfalls muß der Hund um Platz nicht kämpfen …

Platz: Ort, Stelle, da, wo ich mich gerade befinde. Speziell in der Form des Sitz-Platzes in Eisenbahn, Flugzeug, Bus, Schiff, Straßenbahn manchmal sogar reservierungspflichtig, als Steh-Platz im Stadion oder im Konzert oder als Flug-Platz oder Park-Platz oder noch schlimmer als Bolz-Platz. Aber wie reserviere ich einen Platz ohne Handtuch?

Platz: Das, was im Biblischen Zeitalter fehlte in der Herberge und heute in der Saison in den Jugendherbergen, was schwer erhältlich war für die Ferien vom FDGB. Auch auf dem Zelt-Platz sind die Plätze rar …

Platz: Was ich mir für mich in meinen Träumen schaffe und mit meinen geschriebenen und gesprochenen Worten für mich reklamiere; was um mich herum frei sein soll für mich.

Platz: Die Aufforderung, den inneren Druck in einer momentischen Ausdehnung des eingenommenen Raumes durch normalerweise unumkehrbare Zerlegung der Grenzfläche in kleine Teile und deren Beförderung vom Zentrum des ursprünglich eingenommenen Raumes hinweg und hinaus in die weite, weite Welt auszugleichen, zu verringern.

Platz: Poetisch legalisierte Ansammlung träumender Zeitgenossen …

Platz: Ruft der, der meint, freien Weg fordern zu dürfen, wenn es durch Menschenmengen den Weg zu finden gilt. Wirkungsvoll war es früher, als die Elefanten des Sultans noch mitliefen. Heute verhallt der Ruf im allgemeinen Volksgemurmel.

 
 

Platz.

Freiraum.

Öffentlicher Freiraum.

Öffentlicher Raum.

In diesem Sinne: reklamiert, reserviert und schafft Platz für Euch und euer Leben.

© 2012 - Der Emil

2012-04-30

Der ursprüngliche Impuls

Der Grund für alles

Ich verfolge einen im besten Sinne Verrückten, der seit dem 28. März unterwegs ist Um's Meer – Irgendlink, einer, der mit den Fahrrad um die Nordsee fährt. Jetzt hat er 2000 km hinter sich gebracht, ist kurz vor der englisch-schottischen Grenze und philosophiert ab und an öffentlich vor sich hin.

 
Auszug aus dem «Modell zur Erklärung der Entstehung von Kräften anhand zweier Guesthäuser in Sunderland»
 

Ich fabuliere an einer Bloggeschichte, in der ich ein fiktives Sunderland entwerfe, in dem es genau zwei B&B-Häuser gibt, und die nie voll ausgebucht sind. Das heißt, sie dürfen es sich nicht erlauben, auch nur einen Gast zu verpassen, müssen froh sein um jede Seele, die an ihre Tür klopft, und der sie Herberge geben können. Ein hanebüchenes Bild. Aber ich will ja die Entstehung von Kräften, von Bewegung, von Veränderung erklären, ich will die Entstehung an sich erklären. Beide Häuser sind gleich ausgestattet zum Zeitpunkt Null, irgendeinem Jahr soundsoviel, die genaue Zeit ist unerheblich. Dem Gast kann es zum Zeitpunkt Null vollkommen egal sein, in welches Haus er einkehrt. Weder ist das eine schmutziger als das andere, noch ist es billiger, noch ist die Aussicht aufs Meer besser oder schlechter. So mag man einige Jahre wirtschaften in den beiden Häusern, ohne dass irgendwetwas sich verändert, bis zu jenem Zeitpunkt, nennen wir ihn Eins, an dem das Kräftesystem aktiv wird, an dem es mit dem einen Haus wirtschaftlich den Bach runter geht und mit dem anderen Haus geht es aufwärts. Fast schon ein Bild, mit dem, man die Welt erklären könnte mit ihrer sozialen und materiellen Ungerechtigkeit: der Reichtum der einen bedingt die Armut der anderen. Die Armut der einen macht die anderen reich. Und alles nur, weil die gesamte Welt, ja, sogar unser Organismus, nach diesem Kräftegleichgewichtsprinzip funktioniert. Zunächst leben wir in einer ausgewogenen Weise, gesund, harmonisch, aber an einem schönen Tag, es genügt ein winziger Impuls, haben wir plötzlich nur noch Pech, fangen an zu trinken, um das Pech nicht mit ansehen zu müssen und finden uns ruckzuck in einer Endlosschleife abwärts wieder. Das Gästehaus “Villa” wird nicht mehr so oft gebucht wie das Gästehaus &ldauo;Areldee”. Somit ist sein Host finanziell schlechter gestellt, kann nicht mehr renovieren, was wiederum weniger Gäste anlockt, was zur Frustration führt, weshalb der Host zu Trinken anfängt, um sich zeitweilig dem Frust zu entziehen und so weiter und so fort. In Areldee hingegen weht ein ganz anderer Wind.
 

Quelle: Irgendlink. «Modell zur Erklärung der Entstehung von Kräften
anhand zweier Guesthäuser in Sunderland»
.
 
 

Ich habe meine dortigen Kommentare hierher mitgenommen und ein wenig ergänzt.

 
«Zunächst leben wir in einer ausgewogenen Weise, gesund, harmonisch, aber an einem schönen Tag, es genügt ein winziger Impuls, haben wir plötzlich nur noch Pech, fangen an zu trinken, um das Pech nicht mit ansehen zu müssen und finden uns ruckzuck in einer Endlosschleife abwärts wieder.»

Da ist für mein Denken der erste Knackpunkt: Welcher Art muß / kann dieser (winzige) Impuls sein? Welche Ursache hat er? Ist sein Auftreten der ultimative Gottesbeweis, der Nachweis, daß da mehr als nur das “Reale” real ist?

Beim Zwei-Guesthäuser-Dilemma kann ich mir noch vorstellen, daß ein Gast den einen Wirt einmal nicht so gut leiden kann und in einem Monat so der Grundstein für fehlende 80 £ – aber wie ist das mit der Welt ansonsten?

Es braucht eine Störung? Eine Anregung? Eine Anomalie! Jede Anomalie – also alles Un- und Außergewöhnliche – bringt die Welt aus dem schönen bequemen Gleichgewicht. Darf ich das so stehenlassen?

Ach so. Ja. Ähm.

Mit einem Zwei-Guesthäuser-Dilemma hat Irgendlink ja die Wirkungen, aber nicht die Entstehung von Kräften beschrieben. «Aber ich will ja die Entstehung von Kräften, von Bewegung, von Veränderung erklären, ich will die Entstehung an sich erklären. … bis zu jenem Zeitpunkt, nennen wir ihn Eins, an dem das Kräftesystem aktiv wird …»

Und während ich oben noch fragte, welcher Impuls zum diesem Zeitpunkt Eins führen kann / muß / notwendig ist, frage ich mich jetzt einmal mehr, wo das postulierte Kräfteverhältnis, das Kräftesystem, das bis dato niemand bemerkt hat, herkommt. Wie es entsteht.

Nehme ich an, daß es das Kräfteverhältnis allewiglich und von sich aus unveränderlich gibt und ich es – weil alle Kräfte wahrlich existieren und im vollständigen Gleichgewicht sind (und somit scheinbar keine Kräfte wirken oder gar existieren) – nur nicht wahrnehmen kann, so braucht es doch die Kräfte (wo kommen die her? Weiter unten gehe ich der Frage nach.) und einen von ihnen unabhängigen Impuls (womöglich von unendlicher Kleinheit: “Predictability: Does the flap of a butterfly’s wings in Brazil set off a tornado in Texas?” lautete der Titel eines 1972 gehaltenen Vortrages von Edward N. Lorenz, der dem butterfly effect seinen Namen gab) , der dieses Gleichgewicht für mich stört, mich ein Ungleichgewicht und damit die Kräfte überhaupt und an sich (Immanuel Kant läßt grüßen) wahrnehmen und ihren Charakter erkennen und sie anhand ihrer Wirkungen unterscheiden läßt. Wieder steht die Frage nach der All-Ursache, nach dem Urgrund des Seins … Die nach dem ersten Impuls.

Nehme ich aber an, daß es bis zum Zeitpunkt Eins keine Kräfte gibt, wirklich keine, auch keine, die im absoluten und daher Nichtexistenz vortäuschenden Gleichgewicht sich befinden: Wo kommen diese Kräfte plötzlich her? Ihre Entstehung bleibt auch in Irgendlinks fiktiven Sunderland ein Gotteswunder. Denn: Selbst bei der mehr oder weniger spontanen Entstehung von Teilchen aus dem Vakuum, aus den (Quanten-)Fluktuationen des Vakuums, ist vorher etwas da: Die Energie, welche die Fähigkeit ist, Arbeit zu verrichten, also Kräfte wirken zu lassen. Wo ist im fiktiven Sunderland diese Energie? Und was bitteschön führt zu ihrer Umwandlung in wirkende Kräfte?

Irgendeine Ursache für alles muß es doch geben? Wenn es etwas gibt, so muß etwas dasein, woraus dieses Etwas entstanden ist und es braucht einen anfänglichen Impuls – selbst Zufall (bei der Quantenfluktuation) setzt Quanten, also Energie, und eben einen Zufall, eine Störung voraus.

Es sein denn: Nichts existiert wirklich denn in unserm Geiste.

Je länger ich über Irgendlinks Gedanken nachdenke, umso verwirrter bin ich …

Über die Entstehung von Kräften weiß ich also bis jetzt nicht viel mehr als ich ohnehin aus Physikstudium und Verfolgen interessanter physikalischer Arbeiten schon wußte. Zum Schluß bleibt noch die Frage: Kann ich die Gedanken zur (unbelebten) Natur einfach so auf menschliches, in seltenen Glücksfällen durchaus bewußtes Handeln übertragen?

In diesem Sinne: Machts gut bis neulich.

© 2012 - Der Emil.

2012-04-01

Und dann der Tritt …


… in den Allerwertesten?

Könnte ich eine solche Nachricht denn anders bezeichnen?

«Alles gut. Nur alles zuviel. Gib mir etwas Zeit.»

Das reduziert natürlich meine Ungewißheit ungemein.

Na schön. Wenigstens scheint nichts oder nicht viel geschehen zu sein. Vielleicht war / ist das auch ihr ganz besonderer Aprilscherz, den ich nur nicht verstehe.

So habe ich Zeit, an diesem wundervollen Sonntagmorgen hier im 9. Stock aus dem Fenster zu schauen und festzustellen:

Es wird Frühling – und es ist kalt!

Die Hoffnung übrigens war scheinbar nur etwas trinken heute Nacht. Vorhin, nach einer weiteren Nachricht, saß sie wieder ganz gemütlich vor ihrer ganz speziellen Kaffeetasse am Tisch:

In diesem Sinne: Bis neulich.

© 2012 - Der Emil

2011-07-30

Unwirkliche Tatsachen

Nach dem vorzeitigen Abbruch meines – unseres? – “Traumes” fiel ich nicht in ein Loch, denn ich wollte nicht glauben, daß damit alles zuende ist. Genausowenig, wie ich vorher an Lügen u.ä. glauben wollte. Die Zuversicht und die Hoffnung und der Glauben an eine gemeinsame Zukunft waren übermächtig.

Dann aber, nur keine 40 Stunden nach der schlechten Nachricht bzw. nach dem abrupten Abschied, begann das Leben für mich völlig unwirklich zu werden.

Und selbst als ich es im wahrsten Sinne des Wortes “begreifen” konnte, daß am Freitag Abend die Fortsetzung stattfand, daß sie wieder hier war, schien es mir unwirklich.

Ich war überglücklich, auch, weil sie meine Hoffnungen und Wünsche bestärkte, weil sie nämlich ähnliche und gleiche Hoffnungen und Wünsche hat. Ja, sie war hier. Neben mir, vor mir. Aber die ganze Zeit war in mir dieses übergroße Gefühl der Unwirklichkeit, des Unglaubens – und immer mit einem Dauergrinsen im Gesicht. Alle paar Minuten schüttelte ich den Kopf (meist nur innerlich) und dachte, daß das ja nicht wahr sein kann.

Ich stand neben mir, beobachtete mich und konnte mir attestieren, daß ich jetzt völlig durchgeknallt wäre.

Es fühlt sich wieder immernoch an wie ganz frisch verliebt bis über beide Ohren. Und es ist ein gutes Gefühl. Selten in meinem Leben war ich so zuversichtlich wie in den letzten Wochen, so stabil positiv denkend wie jetzt.

Wenn wir telefonieren – und das tun wir ziemlich oft und lang – dann sprechen wir manchmal über die Vergangeneit. Meine Erinnerungen tauchen nämlich nur langsam auf aus der Versenkung, in die ich sie geschickt hatte. Viel öfter sprechen wir über und träumen wir (ziemlich konkret) von der Zukunft. Einer gemeinsamen.

Vor acht Wochen habe ich begonnen, richtig nach ihr zu suchen. Was heute ist, war nicht vorstellbar. Hätte mir jemand davon erzählt, hätte ich denjenigen für völlig verrückt erklärt. Und so bleibt es bestimmt noch eine ganze Weile, was es ist: unwirklich erscheinend und doch glücklich machend.

In diesem Sinne: Manchmal ist die Wirklichkeit das größte Wunder.

© 2011 - Der Emil

2011-07-09

Glaubensfrage

 
 

Ich möchte glauben, was ich nicht glauben kann.

 
 

Ich könnte glauben, was ich nicht glauben möchte.

 
 

Ein Traum, acht lange Tage hat mich ein Traum beflügelt und zu Boden gerissen. Aber es war doch nur ein Traum?! Und den konnte mensch mit einer einzigen Nachricht einfach so wieder platzen lassen?
 
 
Es scheint tatsächlich möglich zu sein.
 

Trotzdem ist etwas anders geworden: Ich. Ich habe in den acht Tagen einiges über mich gelernt, und das nimmt mir niemand. Ich bin jetzt – im Moment! – verbittert, besser noch: verstört. Aber das geht vorbei …

 
 

In diesem Sinne: ich bleibe verwirrt.

© 2011 - Der Emil

2011-06-08

Aufhebenswert?

Jetzt schon an später denken

Als ich vor einigen Tagen wiedereinmal eines meiner Notizbücher ausmusterte, rutschte ich auch wieder in eine Gedankenspirale. Keine Sorge – ich gelangte unbeschädigt wieder heraus.

Vor längerer Zeit schon habe ich beschlossen, daß meine Notizbücher irgendwann – also dann, wenn es Zeit dazu ist – ins DEUTSCHE TAGEBUCHARCHIV gelangen sollen.

Wieso denn das? Es steht doch nur drin, was ich reinschrieb: Belanglosigkeiten, Gedankenmacherei, meine Blogtexte, unabgeschickte Liebesbiefe, Obszönitäten, Gestammel. Also nichts, was wirklich von Bedeutung ist.

Dann dachte ich genauer darüber nach. Woher werden die Nachfolgenden erfahren können, wie das Leben in meiner Zeit war? Aus Zeitungen. Aus den Fernsehsendungen, in denen schon fast die Hälfte aller Reportagen durch diese neumodische Wirklichkeit nach Drehbuch (scripted reality) ersetzt wurde.

Aber ernsthaft gefragt: Leben wir wirklich so, wie es in GZSZ, Verliebt in Berlin, Reich und schön, in Barbara Salesch oder Richter Holdt, im Polizeiruf 110 oder im Großstadtrevier gezeigt wird?

Woher wissen wir eigentlich, wie die «normalen Leute früher» lebten?

Na?

Die konnten ganz früher weder lesen noch schreiben, also wissen wir nur aus den Beschreibungen der Bessergestellten und aus Akten und Urkunden und aus Briefwechseln etwas. Später dann kamen Romane, Geschichtsbücher und was nicht noch alles dazu. Aber auch das waren i. d. R. Betrachtungen des Lebens «von draußen». Wir wissen so gut wie NICHTS.

Dann gab es Menschen, die Tagebuch führten. Und es gab weiter Briefwechsel. Wieder waren das meist Privilegierte. Aber das Papier blieb oft erhalten.

Dann konnte zumindest hier in Mitteleuropa die überwiegende Mehrheit schreiben und lesen, auch wenn das erst nach 1900 so war (das hab ich jetzt aus dem Bauch heraus so festgelegt). Und die hinterlassenen Papiere blieben zu einem Teil erhalten.

Für Film- und Tonaufnahmen wurden einfache, ohne Elektrizität arbeitende Verfahren genutzt.

All das kann Mnesch auch heute noch ohne dicke Computer nutzen: beschriebenes Papier, Schallplatten, Photographien. Auch in Zukunft können diese Dinge noch sehr einfach genutzt werden.

Und vielleicht habe ich ja in meinen Tagebüchern, in meinen Schmier- und Notizheften etwas festgehalten, das später einmal von Interesse sein kann? Nämlich das tägliche, alltägliche, beschissene Leben, das viel öfter zum Kotzen als zum Jubeln war.

Deshalb, weil sie einfach nutzbar ist und weil ich selbst gerne mehr über meine Vorfahren wissen möchte als ich erfahren kann, gebe ich meine Sammlung an Aufgeschriebenem und Photographiertem als Vermächtnis ans DTA.

In diesem Sinne: Größenwahn geht anders.

Natürlich gehört dieser Text zu meinem Artikel über Das «Kleine Schwarze».

© 2011 - Der Emil

2011-06-05

Stammeltext

Sonderbares

(re-blog meines Textes vom 4. Juni 2011 bei Gedacht | Geschrieben | Erlebt | Gesehen)

 
Sommerheiszes Himmelblau über getrocknetem Gras / noch auf der Wiese stehend / Nasz fehlt

Staubwolken / wo Regenschleier herbeigesehnt werden

Auch sehr sommerlich gekleidete / Menschenfrauen / lenken mein Hoffen nicht ab

Ich spüre wie der Zeit / die welken Natternzungen / am knisternden Ahorngaumen kleben

Kurz vor'm Sonnenaufgang stillt / kein Tau den Durst / kein feuchter Nebel deckt / seine kühlenden Schwaden auf's Land

Zu Mittag glost die Hitze / und der Wind erstirbt / Drückende Schwüle / Nur Wenigem gelingt / der Rückzug in einen Schatten

Sehnsüchtig / warte ich auf das Dunkel / das der Nacht oder das / des Kellers

Eine sandgelbe Dampflokomotive / röchelt über die Kreuzung / auf die riesige Fischfotos / geklebt wurden

Vor dem Haus / auf der Wiese / am Schilf / unter dem Gebüsch / und im Wald tanzen / Gespenster aus feinstem Quarzkristall

Die Wüste reckt / schonmal ihre heiszen Gebeine / ins Land

Neben mir schnarcht herzerweichend /
und mit winzigen funkelnden /
Perlen Schweiszes bedeckt /
eine kahlrasierte Pudelhündin

Zeit / zubettzugehen
 

© 2011-06-03 - Der Emil CC by-nc-sa der_emil(at)arcor(dot)de
 
Diesmal creative commons license by-nc-sa 3.0 de Namensnennung–Nichtkommerziell–Weitergabe unter gleicher Lizenz – Abwandlungen / Verarbeitung ausdrücklich erlaubt.
 

Das kommt heraus, wenn ich im Dämmern zwischen Wachtraum und frischem Kaffee meinen Stift von der Leine der Konzentration lasse: Eines Morgens früh ohne Absicht und unkontrolliert entstanden.

Und weil ich nicht weiß, was ich damit anfangen soll, also überlaß ich es euch …

In diesem Sinne: Freiheit den Stiften (und der schmutzigen Phantasie)!

2011-04-01

A - Sozial

Ist es nicht doch unheimlich, was man um sich herum beobachten kann? Diese Entsolidarisierung, das "Jeder ist sich selbst der Nächste", das Besitzansprücheerheben?!

«Zuerst ich, ihr Egoisten!»

Die Parteien behaupten alle, daß die jeweils anderen Parteien ja nur noch "gegen etwas" seien. Oder für das Schlechtere. Was sie selbst tun, ist dann immer "alternativlos". Dabei gibt es immer eine Wahl, wenn man sich nicht einem Diktat unterwirft - indem man sich nicht einem Diktat unterwirft.

Wir leben meiner Meinung nach schon lange wieder in einer Diktatur: Unter der Knute des Kapitals. Denn nur zu dessen Gunsten, zugunsten seines freien Tummelplatzes "Markt" wurde alles (fast alles) Soziale abgeschafft.

Beispiele? Für dieses Land hier?

  • Wie kommen die europaweit höchsten Arzneimittelpreise zustande?
     
  • Wieso sollen alle Privatkopien unrecht sein?
     
  • Weshalb werden normale Arbeitsplätze durch immer mehr billige Zeitarbeitskräfte besetzt?
     
  • Warum werden Brillen und Zahnersatz nicht mehr von den Krankenkassen bezahlt?
     
  • Wieso bekommen ein paar Banken mal eben so mehr als 500 Mrd. Stütze, aber fü sieben Millionen Menschen sind 40 Mrd. zuviel?
     
  • Für den verdammten, ungewollten Euro sind mal eben so 22 Mrd. Rettungszahlungen drin (plus Milliarden an Garantien), für das Bildungspaket lächerliche 10 Euro pro Kind und Monat?
     
  • Für Bezieher von ALG-II (also für die, die den Unternehmen erst Dumpinglöhne möglich machen) werden keine Beiträger zur normalen Rentenversicherung bezahlt. Für diese Menschen gibt es also auch keine Rehabilitationsmaßnahmen mehr …
     
  • Mittlerweile sind: die Freizügigkeit des Aufenthaltes, die freie Berufswahl, die freie Arztwahl, das Recht auf Bildung und nun auch die Vertragsfreiheit – u.a. auch bei Mietverträgen – (alles im GG verankert) der EHB nicht mehr existent.
     
Und das ließe sich weiter fortsetzen.

Wo ist das das Soziale der sozialen Marktwirtschaft abgeblieben?

In diesem Sinne: Ich denk heut an Rio Reiser …

© 2011 - Der Emil

2011-03-18

Gute Nacht

Zu tränen rührend

… ist auch ganz Anderes als das, was zur Zeit die Nachrichten bestimmen.

Habt ihr euch schonmal verabschiedet?

Weil ihr es wolltet? Obwohl es euch gutging? Da wo ihr wart oder mit dem, was ihr hattet? Richtig gutging?

Genau das hab ich schon desöfteren getan.

Und dafür gibt es ein Lied:

 
Gute Nacht, Freunde
Es wird Zeit für mich zu geh'n
Was ich noch zu sagen hätte
Dauert eine Zigarette
Und ein letztes Glas im Steh'n

Für den Tag, für die Nacht unter eurem Dach habt Dank!
Für den Platz an eurem Tisch, für jedes Glas, das ich trank
Für den Teller, den ihr mit zu den euren stellt
Als sei selbstverständlicher nichts auf der Welt

Gute Nacht, Freunde
Es wird Zeit für mich zu geh'n
Was ich noch zu sagen hätte
Dauert eine Zigarette
Und ein letztes Glas im Steh'n

Habt Dank für die Zeit, die ich mit euch verplaudert hab'
Und für Eure Geduld, wenn's mehr als eine Meinung gab
Dafür, daß ihr nie fragt, wann ich komm' oder geh'
Für die stets offene Tür, in der ich jetzt steh'

Gute Nacht, Freunde
Es wird Zeit für mich zu geh'n
Was ich noch zu sagen hätte
Dauert eine Zigarette
Und ein letztes Glas im Steh'n

Für die Freiheit, die als steter Gast bei euch wohnt
Habt Dank, daß ihr nie fragt, was es bringt, ob es lohnt
Vielleicht liegt es daran, daß man von draußen meint
Daß in euren Fenstern das Licht wärmer scheint

Gute Nacht, Freunde
Es wird Zeit für mich zu geh'n
Was ich noch zu sagen hätte
Dauert eine Zigarette
Und ein letztes Glas im Steh'n

Gute Nacht, Freunde
Es wird Zeit für mich zu geh'n
Was ich noch zu sagen hätte
Dauert eine Zigarette
Und ein letztes Glas im Steh'n
 

In diesem Sinne: Sleep well.

© 2011 - Der Emil

2011-03-06

Lied ohne Noten

(im Stile Hermann van Veens zu singen)

Manchmal schreibe ich Gedichte. Auch heute noch. Und manchmal hab ich auch gleich die Melodie dazu.

So war es bei diesem Stück:

 
Lied ohne Noten
 
ein ausgerissner baum / streckt leise seine aeste
hinaus in'n weiten Raum / als ob ich ihn erpresste
zu bluehen noch in Todeswund
zu bluehen noch zu spaeter stund
ein ausgerissner baum / reckt leise seine aeste
 
ein hingeworfner stein / schickt muede noch sein funkeln
in'n abenddaemmerschein / man sieht ihn kaum im dunkeln
's ist keiner der ihn angefasst
er ist nur noch das was man hasst
ein hingeworfner stein / schickt muede noch sein funkeln
 
ein abgerissner halm / vom gras dort auf der wiese
vergeht ganz schnell im qualm / wenn ich in's feuer giesse
das oel, das hitze treibt und glut
das oel, das wallen laesst das blut
ein abgerissner halm / vom gras dort auf der wiese
 
ein mensch der nicht versteht / das menschen menschen lieben
der ahnt nicht dass schon steht / sein ende festgeschrieben
verzweiflung wut und trauer auch
zerfressen ihm herz hirn und bauch
ein mensch der's nicht versteht / wird niemals wirklich lieben

© 2001 - Der Emil
 

 
Ein (selbstgesungenes, selbstgitarrisiertes) OGG davon liefere ich im Laufe der Woche nach.

In diesem Sinne: Singt mal wieder!

© 2011 - Der Emil

2011-02-15

Lebensschuld Träume

»Ich kann meine Träume nicht / fristlos entlassen / Ich schulde ihnen noch / mein Leben.« Frederike Frei

Oh ja. Träume hab ich noch.

Die EINE Frau noch heiraten. Mit meiner Knipserei und Schreiberei meinen Lebensunterhalt verdienen …

Das sind die beiden größten.

Völlig ungerührt, gar erleichtert am Grab der Frau stehen, die mich gebar. Mit meinem Vater ein Bier trinken. Meinem Sohn tatsächlich erklären können …

Wieder drei.

Einmal einen Monat als Frau leben. (Ja, um dann nicht nur so zu denken, sondern auch so zu handeln, so auszusehen und so zu empfinden. Und selbst, wenn mir diesees Leben besser gefallen sollte als das männliche, nach dem Monat will ich wieder ich sein.)

Zufrieden und schmerzfrei sterben.

Genug jetzt. Träumt ihr auch? Auch so seltsames Zeug wie ich? Oder noch Seltsameres? Wollt ihr wirklich ohne Träume leben?

In diesem Sinne: Träumt weiter, weiter als ihr euch vorstellen könnt.

© 2011 - Der Emil